Der spektakuläre bronzezeitliche Fund bei den Grabungen im Windpark Ahlum-Dettum sorgt für große Aufmerksamkeit: Neben mehreren Frauenbestattungen wurde auch der größte bislang in Niedersachsen in einem Grab entdeckte Bernsteinschatz gefunden. Für die Ratsgruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN • Die PARTEI ist klar: Dieser Fund muss in Wolfenbüttel bleiben.
Ghalia El Boustami (Vorsitzende des Kulturausschusses): „Es ist nicht vermittelbar, dass die Region die Grabungen bezahlt und der Schatz am Ende komplett beim Land landet. Wer die Last trägt, muss auch an den Chancen beteiligt werden. Dieser Fund gehört zu Wolfenbüttel.“
Die Ratsgruppe sieht den Fund auch als deutliches Signal für strukturelle Defizite: Seit Jahren ist das Archäologische Landesmuseum in Wolfenbüttel geschlossen.
Lena Krause (Grüne Bürgermeisterkandidatin): „Viele Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler haben ihr eigenes Landesmuseum noch nie geöffnet erlebt. Während andere Standorte saniert werden, werden wir vertröstet. Das muss sich jetzt ändern – und zwar mit einem klaren Zeitplan.“
Gleichzeitig eröffne der Fund neue Perspektiven für den Landkreis. Die Region sei archäologisch bedeutsam, verfüge aber über keine eigene Fachstruktur.
Leo Pröttel (Landratskandidat der Grünen): „Wir kaufen archäologische Leistungen bisher ein, obwohl wir selbst eine der spannendsten Fundlandschaften haben. Es ist absolut sinnvoll zu prüfen, ob wir diese Kompetenz nicht selbst aufbauen – fachlich besser und langfristig günstiger.“
Die Ratsgruppe fordert daher den Verbleib des Fundes in Wolfenbüttel, die schnelle Sanierung und Wiedereröffnung des Landesmuseums sowie den Aufbau eigener archäologischer Kompetenz im Landkreis. Der Fund sei eine einmalige Chance – kulturell, wissenschaftlich und für die regionale Entwicklung.