Leo Pröttel will Eigenleistung ermöglichen und die fachgerechte Inbetriebnahme durch den Landkreis fördern
Immer mehr Menschen möchten ihr Haus oder ihre Wohnung gegen zunehmende sommerliche Hitze schützen. Doch Fachbetriebe für Klima- und Kältetechnik sind knapp. Gerade für kleinere Aufträge finden Interessierte häufig keinen Betrieb – oder die Installation wird so teuer, dass sie für viele nicht mehr bezahlbar ist.
„Wer sein Zuhause klimaresilient machen und dabei Eigenleistung erbringen möchte, sollte Unterstützung bekommen“, fordert der grüne Landratskandidat Leo Pröttel. Viele Arbeiten könnten handwerklich versierte Menschen selbst übernehmen: das Gerät montieren, Wanddurchbrüche herstellen, Leitungen und Kabelkanäle verlegen oder die notwendigen Anschlüsse vorbereiten. Lediglich die Arbeiten am Kältemittelkreislauf sowie die abschließende Kontrolle und Inbetriebnahme müssten durch entsprechend qualifizierte Fachleute erfolgen.
Pröttel schlägt deshalb ein neues Förderangebot des Landkreises vor: Der Landkreis soll die fachgerechte Kontrolle und Inbetriebnahme einer größeren Zahl selbst montierter Klimageräte gebündelt ausschreiben. Dadurch könnte ein örtlicher Fachbetrieb diese klar definierte Serviceleistung zu einem verlässlichen und günstigen Preis anbieten. Die Kosten dafür soll der Landkreis im Rahmen seines Klimaschutz- und Klimaanpassungsprogramms übernehmen.
„Die Menschen kümmern sich selbst um die Auswahl und weitgehende Montage ihres Gerätes. Der Landkreis übernimmt genau die kleine, aber notwendige Fachleistung, die sie nicht selbst erbringen dürfen. So wird aus einem schwer zu organisierenden Einzelauftrag ein attraktives Auftragsvolumen für das örtliche Handwerk“, erklärt Pröttel.
Besonders im Blick hat Pröttel Menschen, für die anhaltende Hitze ein erhöhtes gesundheitliches Risiko darstellt. Dazu gehören insbesondere ältere Menschen, Säuglinge und kleine Kinder sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen. Sie sollen bei der Förderung Vorrang erhalten.
„Wer für ältere oder gesundheitlich besonders gefährdete Angehörige ein solches Gerät einbaut, soll schnell und unkompliziert Unterstützung bekommen. Das Gleiche gilt für ältere Menschen, die die vorbereitenden Arbeiten noch selbst übernehmen können. Ihre Eigeninitiative wollen wir unterstützen – und ihnen die notwendige fachliche Inbetriebnahme abnehmen“, so Pröttel.
Voraussetzung für die Förderung soll sein, dass das Klimagerät nicht nur kühlt, sondern auch effizient heizen kann und mit Ökostrom betrieben wird. Moderne Split-Klimageräte sind technisch Luft-Luft-Wärmepumpen. Sie können deshalb im Winter fossile Heizenergie einsparen und besonders sinnvoll mit Strom aus Photovoltaikanlagen kombiniert werden.
„Mit diesem Modell verbinden wir Klimaanpassung und Klimaschutz. Wir erleichtern Eigenleistung, entlasten die Menschen von Bürokratie und schaffen zugleich zusätzliche Aufträge für das lokale Handwerk. Hilfe zur Selbsthilfe heißt: Der Landkreis übernimmt nicht alles – aber genau den Teil, an dem eine gute und sichere Lösung heute häufig scheitert“, so Pröttel.